Nachbericht: Vergaberechtsgesetz 2026 – Die Veranstaltung der WKNÖ zur BVergG-Novelle
Am 27. April 2026 fand in der Wirtschaftskammer Niederösterreich in St. Pölten eine hochkarätig besetzte Fachveranstaltung zum Thema „Öffentliche Auftragsvergabe 2026 - neue Chancen für Unternehmer: Gesetzliche Änderungen führen zu neuen Vergaberegelungen“ statt. Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Recht und öffentlicher Verwaltung nutzten die Gelegenheit, sich über die aktuellen Entwicklungen im Vergaberecht zu informieren und auszutauschen.
Eröffnung und thematische Einführung
Die Veranstaltung wurde durch WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker eröffnet, der die Bedeutung effizienter und praxisnaher Vergabeverfahren für die heimische Wirtschaft hervorhob.
Fachvorträge: Rechtliche Neuerungen und praktische Umsetzung
Den fachlichen Auftakt bildete Dr. Andreas Gföhler (Schramm Öhler Rechtsanwälte) mit einem Überblick über die wesentlichen Neuerungen des Vergaberechtsgesetzes 2026. Im Fokus standen insbesondere:
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die dauerhafte Anhebung der Schwellenwerte
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neue Möglichkeiten für vereinfachte Vergabeverfahren
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sowie Auswirkungen auf die Vergabepraxis öffentlicher Auftraggeber:innen
Im Anschluss präsentierte Emir Prcić, MBA (Geschäftsführer, Auftragnehmerkataster Österreich – ANKÖ) das aktuelle Leistungsangebot für Unternehmen mit besonderem Schwerpunkt auf die ANKÖ Liste geeigneter Unternehmen® (LgU). Dabei wurde aufgezeigt, wie Unternehmen durch strukturierte Eignungsnachweise ihre Teilnahme an Vergabeverfahren effizienter gestalten können und wie Auftraggeber:innen von standardisierten Prüfprozessen profitieren.
Mag. Alexandra Hagmann-Mille, MBA (WKNÖ, Abteilung Wirtschaftspolitik) stellte anschließend mehrere praxisrelevante Instrumente vor, darunter:
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das Handbuch zur Regionalvergabe (6. Auflage)
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einen Onlineratgeber zur Vergabe
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sowie geförderte Beratungsangebote für Unternehmen aus dem Bereich Gewerbe und Handwerk
Diese Angebote unterstützen insbesondere KMU dabei, sich besser im Vergaberecht zurechtzufinden und Chancen im öffentlichen Beschaffungswesen zu nutzen.
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Podiumsdiskussion: Perspektiven aus Wirtschaft und Praxis
Im Rahmen einer abschließenden Podiumsdiskussion wurden die Inhalte aus unterschiedlichen Blickwinkeln vertieft. Es diskutierten:
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Stefan Graf, Fachvertretungsvorsitzender der Bauindustrie NÖ und CEO der Leyrer + Graf Baugesellschaft m.b.H.
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Jochen Flicker, Spartenobmann Gewerbe und Handwerk der WKNÖ
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Robert Jägersberger, Bundesinnungsmeister Bau (WKÖ)
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Michael Jirek, Geschäftsführer Jirek Managementconsulting GmbH
Im Mittelpunkt standen die praktischen Auswirkungen der jüngsten BVergG-Gesetzesnovelle (Bundesvergabegesetz), insbesondere auf die Bauwirtschaft, sowie die Chancen für regionale Wertschöpfung und mittelständische Unternehmen.
Resümee
Die Veranstaltung verdeutlichte, dass das Vergaberechtsgesetz 2026 einen wichtigen Schritt in Richtung Vereinfachung, Beschleunigung und Praxistauglichkeit darstellt. Insbesondere die erhöhten Schwellenwerte und erweiterten Direktvergabemöglichkeiten eröffnen neue Spielräume für Auftraggeber:innen und Unternehmen gleichermaßen.
Gleichzeitig wurde deutlich, dass unterstützende Instrumente wie die Eignungsnachweisdatenbank ANKÖ Liste geeigneter Unternehmen® (LgU) einen wesentlichen Beitrag zur effizienten und rechtssicheren Abwicklung von Vergabeverfahren leisten und es für alle Unternehmen einfacher machen, an öffentlichen Ausschreibungen teilzunehmen.
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