Neue CO₂-Ziele für schwere Nutzfahrzeuge: Die EU verschärft die Emissionsvorgaben

Die Europäische Union setzt in ihrer ,,Heavy-Duty Vehicles Regulation“ verbindliche CO₂-Reduktionsziele für schwere Nutzfahrzeuge fest. Seit 2025 gelten strenge Vorgaben mit einem klaren Fahrplan in Richtung Klimaneutralität. Auch die öffentliche Beschaffung von Stadtbussen wird neu geregelt. Ein Überblick über die wichtigsten Neuerungen.
Hintergrund: CO₂-Grenzwerte für Fahrzeuge
Bereits seit 2009 gibt es in der EU CO₂-Grenzwerte für PKW und leichte Nutzfahrzeuge. Die Hersteller müssen die Emissionen ihrer Flotten senken, um Strafzahlungen zu vermeiden. Ein unionsweites Monitoring bestätigt die Wirksamkeit dieser Maßnahmen. Schwere Nutzfahrzeuge (SNF) blieben lange ausgenommen, doch mit der Verordnung (EU) 2019/1242 wurden auch schwere Nutzfahrzeuge erstmals einbezogen, mit Zielen, die ab 2025 gelten sollten.
Die neuen Emissionsziele für LKW und Busse
Mit der Verordnung (EU) 2024/1610 wurde das Ambitionsniveau für die CO₂-Reduktion von SNF weiter verschärft: Seit 2025 müssen die Hersteller:innen von schweren Nutzfahrzeugen die CO₂-Emissionen um 15 % senken. Die Vorgaben verschärfen sich schrittweise: Bis 2030 sind 45 %, bis 2035 65 % und bis 2040 eine Reduktion um 90 % gegenüber den Werten von 2019 vorgeschrieben. Damit will die EU den Verkehr klimafreundlicher gestalten. Emissionsfreie Fahrzeuge wie Elektro- und Wasserstoff-LKW werden besonders gefördert.
Stadtbusse: Sonderregelungen für den ÖPNV
Für Stadtbusse gelten ab 2030 besondere Vorgaben: 90 % der neu zugelassenen Fahrzeuge müssen emissionsfrei sein, ab 2035 sogar 100 %. Damit setzt die EU auf saubere Mobilität in urbanen Räumen. Diese Regelung betrifft vor allem Niederflurbusse über 7,5 Tonnen, während Reisebusse ausgenommen sind.
Vergaberechtliche Neuerungen für öffentliche Aufträge
Neben den Reduktionszielen bringt die neue Verordnung auch Änderungen im Vergaberecht. Öffentliche Auftraggeber:innen müssen künftig bei der Beschaffung von emissionsfreien Stadtbussen besondere Kriterien beachten. So sollen europäische Hersteller:innen gestärkt und die Abhängigkeit von außereuropäischen Anbieter:innen verringert werden. Ein wichtiger Punkt ist die Berücksichtigung der Lieferkette, um resiliente Strukturen in der EU zu schaffen.
Wirtschaftliche und politische Implikationen
Während die neuen Vorgaben ein klarer Schritt in Richtung Klimaneutralität sind, bleibt abzuwarten, wie sich die Marktanteile entwickeln. Chinesische Hersteller:innen wie BYD haben ihre Präsenz in Europa bereits ausgebaut und könnten trotz der neuen Regelungen weiterhin eine starke Rolle spielen. Entscheidend wird sein, wie die europäischen Unternehmen auf die veränderten Bedingungen reagieren.
Der Artikel „Heavy-Duty Vehicles Regulation: Neue EU-Verordnung für schwere Nutzfahrzeuge“ erschien in der Zeitschrift „Nachhaltigkeitsrecht“.
Fazit
Die neuen CO₂-Vorgaben für schwere Nutzfahrzeuge markieren einen bedeutenden Schritt in der europäischen Klimapolitik. Während die Industrie vor großen Herausforderungen steht, bieten sich auch Chancen für Innovationen und nachhaltige Mobilitätslösungen. Besonders im öffentlichen Nahverkehr setzt die EU mit emissionsfreien Stadtbussen neue Maßstäbe.
Der ganze Artikel
Lesen Sie hier den vollständigen Artikel als Auszug der Zeitschrift „Nachhaltigkeitsrecht“: „Heavy-Duty Vehicles Regulation“: Neue EU-Verordnung für schwere Nutzfahrzeuge (siehe auch Download-Link unten).
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Links
- Download Artikel „Heavy-Duty Vehicles Regulation“: Neue EU-Verordnung für schwere Nutzfahrzeuge“ aus Nachhaltigkeitsrecht: Zeitschrift für das Recht der nachhaltigen Entwicklung, S. 394-397, PDF, 7 MB.