Der 75. Österreichische Städtetag in Leoben hat eindrucksvoll gezeigt: Die großen kommunalen Zukunftsfragen werden nicht abstrakt gelöst, sondern in konkreten Projekten, Beschaffungen und Partnerschaften. Für den ANKÖ war die begleitende Fachausstellung erneut eine wertvolle Plattform für den direkten Austausch mit Auftraggeber:innen und Unternehmen – fachlich fundiert, praxisnah und mit der bewährten ANKÖ-Dartchallenge als sympathischem Gesprächseinstieg.
Unter dem Motto „LeOben. Forschen. Arbeiten – das grüne Wissenszentrum im Herzen Österreichs“ kamen beim 75. Österreichischen Städtetag rund 1.000 Personen aus Politik und Verwaltung zusammen; die begleitende Fachausstellung bot mit 43 Aussteller:innen einen breiten Überblick über kommunal relevante Produkte und Dienstleistungen. Leoben und die Montanuniversität erwiesen sich dabei als passender Veranstaltungsort: Forschung, Industrie, Stadtentwicklung und Verwaltungspraxis lagen hier nicht nebeneinander, sondern griffen sichtbar ineinander.
Schon die feierliche Eröffnung machte deutlich, dass kommunale Handlungsfähigkeit heute weit über klassische Verwaltungsthemen hinausreicht. Die Ansprachen von Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Bundeskanzler Christian Stocker sowie die Talkrunde zur „Reformpartnerschaft Energie“ setzten einen klaren Rahmen: Städte sind Umsetzerinnen politischer Ziele und damit auch zentrale Akteurinnen der öffentlichen Beschaffung.
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Aus vergaberechtlicher Sicht war besonders interessant, wie stark sich die Programmpunkte des Städtetags mit den praktischen Beschaffungsthemen der öffentlichen Hand deckten. Leistbares, soziales und klimaresilientes Wohnen, erfolgreiche Gemeindekooperationen, Kreislaufwirtschaft, Energie- und Rohstoffeinsatz sowie digitale Gewalt wurden in Arbeitskreisen vertieft diskutiert.
Diese Themen sind keine bloßen Diskussionsfelder. Sie führen unmittelbar zu vergaberechtlichen Fragestellungen: Wie werden qualitative Zuschlagskriterien sauber formuliert? Wie lassen sich Nachhaltigkeit, Lebenszykluskosten und Innovation in Leistungsbeschreibungen abbilden? Wie können Städte Kooperationen eingehen, ohne Wettbewerb und Transparenz zu gefährden? Und wie werden Eignungsanforderungen so gestaltet, dass sie einerseits Qualität sichern, andererseits aber KMU nicht unnötig ausschließen?
Die begleitende Fachausstellung war weit mehr als ein Rahmenprogramm. Sie war ein Ort des Marktdialogs und gerade dieser Dialog ist für öffentliche Auftraggeber:innen unverzichtbar. Wer den Markt nicht kennt, kann Leistungen schwer präzise, wettbewerbsoffen und bedarfsgerecht ausschreiben.
Der ANKÖ war auf der Fachausstellung wieder als Aussteller vertreten. Dort führten wir zahlreiche Gespräche mit Vertreter:innen von Städten, Gemeinden, öffentlichen Einrichtungen und Unternehmen. Im Mittelpunkt standen Fragen zur Eignungsprüfung, zur digitalen Verfahrensabwicklung, zur Dokumentation und zur rechtssicheren Gestaltung von Vergabeprozessen.
Auch heuer sorgte die ANKÖ-Dartchallenge für viel Aufmerksamkeit am Stand. Was auf den ersten Blick spielerisch wirkt, hatte erneut einen klaren fachlichen Mehrwert: Der kurze Wurf auf die Scheibe war oft der Einstieg in ein konkretes Gespräch über aktuelle Beschaffungsvorhaben, Eignungsnachweise oder die Frage, wie Auftraggeber:innen und Unternehmen Vergabeverfahren effizienter und transparenter gestalten können.
Gerade dieser niedrigschwellige Zugang ist im Vergaberecht wichtig. Öffentliche Beschaffung wird häufig als formalistisch erlebt. Tatsächlich geht es aber um nachvollziehbare Entscheidungen, faire Chancen und den verantwortungsvollen Einsatz öffentlicher Mittel. Wenn es gelingt, diese Themen verständlich und praxisnah zu vermitteln, profitieren beide Seiten: Auftraggeber:innen gewinnen Sicherheit, Unternehmen gewinnen Orientierung.
Der Städtetag 2026 hat gezeigt, dass Städte und Gemeinden vor enormen Aufgaben stehen, von leistbarem Wohnen über Klimaneutralität bis zur digitalen Resilienz. Das fachliche Programm mit Vortrag und Exkursionen zu Klimaneutralität in der Industrie, Digital Waste Research, Wasserstoff und Kohlenstoff sowie metallurgischen und kunststofftechnischen Forschungsbereichen unterstrich, wie eng kommunale Zukunft mit Technologie, Forschung und Beschaffung verbunden ist.
Für den ANKÖ war der Städtetag in Leoben ein starkes Signal: Der Bedarf an fachlicher Orientierung, digitalen Lösungen und verlässlichen Eignungsinformationen ist hoch. Wir freuen uns über die vielen ausgezeichneten Gespräche, das große Interesse an unseren Leistungen und ein rundum gelungenes Event.
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